Was kann man an zwei Tagen über gesunde Ernährung lernen? Im Seminar von Niko Rittenau in Berlin erfuhr ich: eine ganze Menge! Ein Erfahrungsbericht.

Welche Nährstoffe brauchen wir? In welchen Lebensmitteln finden wir diese? Und wie kann ich Lebensmittel so kombinieren, dass sie für meinen Körper bestmöglich verwertbar sind? All das und noch vieles mehr lernte ich in dem Ernährungsseminar, für das ich eigens zwei Tage nach Berlin reiste. Zwar habe ich von der Stadt nicht viel gesehen, aber dennoch hat sich die Reise durchweg gelohnt!

Gesunde Ernährung: Gar nicht so kompliziert!

Als ich im vierten Stock des Gewerbehofs auf der Crellestraße in Berlin Schöneberg ankomme, wird schnell deutlich: Hier sind viele Menschen, die genau so ticken wie ich. Menschen, die sich für eine gesunde Ernährung interessieren, den veganen Lifestyle, Nachhaltigkeit, Tier- und Umweltschutz. Ich fühle mich sofort bestens aufgehoben.

Darunter sind angehende Heilpraktiker, Fitnesstrainer, Frauen wie Männer, Pärchen, Arbeitskolleginnen, Jüngere wie Ältere aus ganz Deutschland. Zu Beginn des Ernährungsseminars ist der Kenntnisstand sehr unterschiedlich. Einige ernähren sich rein pflanzlich, andere mischköstlich. Dennoch schafft Niko es, uns in den kommenden zwei Tagen, an jeweils etwa acht Stunden, unter dem Titel “Mehr Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden durch pflanzliche Ernährung” alle auf ein Level zu bringen.

Ich lerne einiges über Makronährstoffe, Mikronährstoffe und was es mit bioaktiven Substanzen auf sich hat. Dabei bleibt mir ein Satz direkt zu Beginn des Seminars im Kopf hängen: “Wir essen keine Makronährstoffe, wir essen Lebensmittel.”

Makronährstoffe – was ist das überhaupt?

Bei Makronährstoffen handelt es sich um Kohlenhydrate, Proteine und Triglyzeride, also Fette. Alle drei Komponenten braucht der Körper, um ausreichend mit Nährstoffen versorgt zu sein. An diesem Wochenende wird deswegen ganz deutlich: Es geht bei einer gesunden Ernährung nicht darum, eines der drei wegzulassen. Es geht einzig und allein um die Lebensmittelauswahl.

Mikronährstoffe sind Vitamine und Mineralstoffe, bioaktive Substanzen sind Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Probiotika. Übrigens: Ballaststoffe sind nur und ausschließlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Hättet ihr es gewusst?

Wir sprechen im Laufe der zwei Tage auch über ein Zitat von Dr. Michael Greger, einem amerikanischen Arzt und Buchautor (er hat unter anderem das Buch “How Not To Die” geschrieben):

“Die ethischste Ernährungsform ist zufällig auch die umweltfreundlichste und gesündeste.”

Wie ist das also genau mit der Lebensmittelauswahl?

Mit veganer Ernährung lassen sich schwerwiegende Krankheiten vermeiden

Mit der Auswahl unserer Lebensmittel haben wir einiges in der Hand – und auf dem Teller. Auf tierische Produkte zu verzichten und sich rein pflanzlich zu ernähren, ist wohl unumstritten die ethischste Ernährungsform. So müssen weder Tiere getötet, noch gequält oder ausgebeutet werden.

Aber auch für uns selbst und für die Umwelt ist die Auswahl der Lebensmittel ganz entscheidend. Und eigentlich ist vegane Ernährung gar nicht so schwer. Um es in Nikos Worten zu sagen: “Veganismus ist eigentlich ein No-Brainer – gesünder, umweltfreundlicher und ethischer.” Dabei geht es selbstverständlich nicht darum, Fastfood und Billig-Fleisch durch veganen Fastfood und überwürzte oder stark gezuckerte Fertigprodukte zu ersetzen.

So ergibt sich im Laufe des Ernährungsseminars schließlich eine entscheidende Message: Eine vollwertige, pflanzenbasierte Ernährung ist die gesündeste Art sich zu ernähren. So lassen sich koronare Herzerkrankungen, Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 vermeiden. Denn für diese chronisch-degenerativen Krankheiten sind hauptsächlich tierische Fette verantwortlich. Und auch Diabetes mellitus 1 lässt sich mit einer rein pflanzlichen Ernährung besser in den Griff bekommen.

Dabei kommt es auf sechs Komponenten an, die ab jetzt meinen täglichen Speiseplan ausmachen werden: Getreide und Hülsenfrüchte für ausreichend Kohlenhydrate, lebenswichtige Aminosäuren und Ballaststoffe, Gemüse und Obst für ausreichend Vitamine, Nüsse und Samen für alle essenziellen Fettsäuren.

Alle Nährstoffe lassen sich problemlos pflanzlich abdecken

Getreu dem Motto, Kohlenhydrate mit Ballaststoffen, pflanzlichem Eiweiß und Vitaminen zu kombinieren, sieht auch das Mittagessen beim Seminar aus. An beiden Tagen werden wir mit frisch gekochtem, super leckerem und natürlich veganem Essen von Lunch Vegaz versorgt.

Ich entscheide mich am ersten Seminartag für Bio Thai Curry mit Basmatireis, am zweiten Tag nehme ich eine Bio ayurvedische Gemüsepfanne mit Quinoa. Beide Male bin ich pappsatt, rundum zufrieden und fühle mich pudelwohl, trotz der großen Portion (ich musste einfach noch einmal nachnehmen, weil es so lecker war).

Super leckeres, veganes Mittagsmahl: Bio Thai Curry mit Basmatireis.

Dabei ist die vegane Küche nicht nur lecker und absolut kreativ, sondern auch vollständig bedarfsdeckend. Sämtliche essenziellen Fettsäuren, Aminosäuren, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente können dem Körper in rein pflanzlicher Form zugeführt werden. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die pflanzlichen Lebensmittel ohnehin vom Körper besser aufgenommen und verwertet werden.

Fazit: Ein absolut bereicherndes Ernährungsseminar!

Am Ende nehme ich vor allem eine Quintessenz dieses Wochenendes mit nach Hause: Ich bin nun keine einfache Konsumentin mehr. Ich kann mit meiner Ernährung meinem Körper genau das geben, was er braucht. Außerdem habe ich tolle Leute kennen gelernt und mich über Microgreens sowie andere Möglichkeiten unterhalten, mit denen ich ganz einfach meinen Alltag nachhaltiger gestalten kann.

Was ich schon wusste, habe ich vertieft, was ich noch nicht wusste, hat mich zu verblüffenden Erkenntnissen gebracht. Vielen Dank an Niko Rittenau für dieses bereichernde Wochenende!

Habt ihr Bock, auch etwas mehr über gesunde Lebensmittel und die Vorteile einer vollwertigen, pflanzenbasierte Ernährungsweise zu lernen? Schreibt mir gerne in die Kommentare oder eine Mail!

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