Auf der Suche nach einer Idee für ein Teamevent kam mir der Gedanke, einmal für die gesamte Belegschaft im Büro zu kochen. Vegan sollte es natürlich werden. Ob es mir gelungen ist? Ein Selbstversuch.

Das war mal eine andere Art von Herausforderung: Vegan kochen für 22 Personen! Und das auch noch für ein Team, in dem ich gemeinsam mit einer einzigen Kollegin die “vegane Ausnahme” bilde. Okay – Herausforderung angenommen! Ob es mir gelungen ist, meine Kollegen von der veganen Küche zu überzeugen und dabei auch noch alle satt zu bekommen?

Herausforderung angenommen! Ein veganes Teamevent ganz alleine gestalten

Ein Plan musste her. Nachdem ich das “OK” von meinem Chef bekommen hatte, musste ich mir schleunigst ein Menü ausdenken, das ich meinen Arbeitskollegen an unserem nächsten Teamevent darbieten konnte. Drei Gänge sollten es werden. Vegan, simpel, aber lecker, und auf gar keinen Fall 08/15.

Und siehe da – der Menüplan war schnell erstellt. Als Vorspeise entschied ich mich für vietnamesische Sommerrollen, wahlweise mit Soja- oder Süß-Sauer-Sauce. Die Hauptspeise bestand aus Zitronenkartoffeln aus dem Ofen – ein Rezept von Björn Moschinski – dazu gab es frischen Salat und dreierlei Hummus. Smoothiebowls aus Sojajoghurt, Bananen und Maca stellten schließlich die extravagante Nachspeise dar.

Als kleines Add-on (und um den Abend auch für Skeptiker zu einer wertvollen Erfahrung zu machen) wollte ich bei jedem Gang extra Wissen on top mit einbauen. Im Laufe des Abends verarbeitete ich deshalb verschiedene Zutaten in den Gerichten, deren Besonderheiten es hervorzuheben galt.

Der Plan für das vegane Teamevent steht – los geht’s!

Zum Glück hatte ich meine Kollegin Mai (monpipit.de) an meiner Seite. Sie war von Anfang an begeistert von meiner Idee zum Teamevent und erklärte sich bereit, die Sommerrollen für die Vorspeise schon am Vorabend vorzubereiten.

Vietnamesische Sommerrollen als vegane Vorspeise.

Und auch für mich hieß es am Abend zuvor schon einmal den Kochlöffel schwingen! Um den gemeinsamen Abend mit den Kollegen ein wenig entspannter zu gestalten, bereitete ich den Hummus einen Tag vorher zu. Hierfür kochte ich drei große Dosen Kichererbsen in Brühe auf, fügte Sesam hinzu und hielt schließlich ein paar Minuten lang den Pürierstab in den Topf. Kurz abgeschmeckt – perfekt! Zum Glück gelang mir der Hummus an diesem Abend besonders gut. Ich teilte ihn durch drei, um verschiedene Sorten für das Teamevent zubereiten zu können. Eine Sorte ließ ich naturbelassen, eine würzte ich mediterran mit getrocknetem Basilikum und die dritte Sorte bekam eine orientalische Note mit Kurkuma, Pfeffer und Paprika.

Am nächsten Abend war es schließlich soweit. Wie viele Zutaten braucht man eigentlich für 22 Personen? Die Frage stellte ich mir, als ich schließlich den Salat, die Kartoffeln, die Zitronen für den Hauptgang und die Bananen für die vegane Nachspeise kaufte. Vier Kilogramm Kartoffeln sollten reichen. Oder?

Schmeckt’s allen?

Ein paar Stunden später brutzelten die Kartoffeln im Ofen, der Salat wartete darauf, mit einer frischen Vinaigrette angerichtet zu werden, Tische und Buffet waren eingedeckt. Neben mir wuselten noch ein paar weitere Kollegen durch die Küche, die es vor lauter Hunger und Neugierde nicht mehr abwarten konnten. Das stimmte mich positiv und auch dankbar – das Interesse meiner Kollegen an der veganen Küche hatte ich auf jeden Fall schon einmal geweckt.

Zitronenkartoffeln aus dem Ofen nach einem Rezept von Björn Moschinski.

Die Vorspeise kam überwiegend gut an, auch wenn der enthaltene Koriander ein wenig die Gemüter spaltete. Zur Wissensvermittlung hielt ich ein paar Infos über die verarbeitete Avocado bereit. Besonders reich an einfach ungesättigten Fettsäuren sowie Vitamin A und E unterstützt die Avocado die Blutbildung, hilft beim Aufbau gesunder Haut und enthält wertvolle Antioxidantien, die der Körper zur Abwehr freier Radikale benötigt. Ich blickte in die erstaunten Gesichter meiner Kollegen. “Also esst mal schön Avocado, Leute”, meinte ich grinsend.

Während sich schließlich alle über die Hauptspeise hermachten, berichtete ich von den Vorzügen der Kichererbsen. Viel pflanzliches Eiweiß ist darin enthalten, ebenso wie Eisen, Kalzium und komplexe Kohlenhydrate, die den Blutzucker über einen langen Zeitraum hinweg stabil halten.

Teamevent mit vollem Erfolg!

Die Kartoffeln und mein selbst gemachter Hummus kamen besonders gut an. Ein großer Teil meiner Herausforderung “Teamevent vegan gestalten” war mir also schon einmal gelungen! Besonders freute ich mich, als einer meiner Kollegen schließlich verkündete: “Hummus kommt bei mir definitiv auf die Speisekarte.”

Vegane Hauptspeise: Ofenkartoffeln mit Hummus und Salat.

Auf die Reaktionen zur Nachspeise war ich besonders gespannt. Darin waren sogar zwei Zutaten enthalten, die einer Erklärung bedurften. Bei dem in den Smoothiebowls verarbeiteten Maca-Pulver handelt es sich um ein Superfood aus den Anden, dem Hochland Amerikas. Die Knolle fördert die Potenz und findet als natürliches Aphrodisiakum Anwendung in der Naturheilkunde. Außerdem fördert es die Verdauung, steigert die geistige sowie die körperliche Leistung und hilft, den Cholesterinspiegel zu regulieren.

Als Topping verwendete ich Himbeeren, Kokosraspeln und Hanfsamen. Letzteres brachte mir amüsierte Blicke ein. “Die machen nicht high”, versprach ich und erklärte anschließend, dass Hanfsamen besonders viel Protein enthalten, Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Zink und Kalzium, B- und E-Vitamine sowie besonders wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Was für ein leckeres und vor allem – gesundes – veganes Dessert!

Vegane Smoothiebowls mit Topping als Dessert.

Fazit: Veganes Teamevent war ein voller Erfolg!

Am Ende des Abends war ich platt, voll gefuttert und echt glücklich darüber, wie das Teamevent abgelaufen ist. Die Sommerrollen als Vorspeise, die Kartoffeln mit dem Hummus als Hauptspeise und die Smoothiebowls als Nachspeise waren bei dem Großteil meiner Kollegen gut angekommen.

Die größte Herausforderung war, rückblickend betrachtet, das Einschätzen der benötigten Menge an Zutaten. Da die Kartoffeln den meisten besonders gut geschmeckt hatten, hätte ich davon wahrscheinlich sogar mehr machen können. Bananen waren am Ende noch übrig, aber das machte nichts – die würden im Laufe des nächsten Arbeitstages sicherlich ein paar Abnehmer finden.

Insgesamt war das Teamevent eine schöne Erfahrung. Für mich dahingehend, dass ich zum ersten Mal für so viele Personen auf einmal gekocht habe und mir dies offenbar ganz gut gelungen ist, und für meine Kollegen hoffentlich ebenfalls, da ich ihnen die vegane Küche ein Stück näher gebracht habe. Die Reaktionen waren durchweg positiv – und das ein oder andere Rezept habe ich bereits weiter gegeben.

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