Zum fünften Mal fand das VeggieFest in Solingen statt. Neben dem veganen Gedanken spielten dieses Jahr auch die Themen Nachhaltigkeit, fairer Handel und regionaler Anbau eine Rolle. Dabei gab es viel zu naschen und zu entdecken!

Mit einer internationalen Messe in einer riesigen Halle ist das VeggieFest in Solingen nicht vergleichbar. Aber darum geht es auch gar nicht. Der lokale Charakter macht das Fest zu einem ganz eigenen Erlebnis mit Persönlichkeit. Vor fünf Jahren ins Leben gerufen, bekommt die Veranstaltung inzwischen immer mehr Zulauf. Ich habe mit den Veranstaltern gesprochen, tolle Menschen kennen gelernt und ganz ganz viel vegane Schokolade probiert. Der Besuch hat sich gelohnt!

VeggieFest 2017 in Solingen

Joachim Hiller vom Verein Vegan in Solingen erklärt mir, warum das fünfte VeggieFest auch noch unter einem anderen Namen stattfindet. “Das VeggieFest ist dieses Jahr auch ein FairFest”, sagt er. “Vegan ist ein Aspekt. Aber es geht eben auch um fair, Bio und regional.” Alle vier Aspekte sollen auf dem VeggieFest Hand in Hand gehen. “Wir wollen die Leute aus allen vier Bereichen zusammen bringen und ein Netzwerk schaffen”, erzählt Joachim. Deswegen hat der Verein das Fest gemeinsam mit dem Magazin “Kochen ohne Knochen” und dem Bündnis für nachhaltige Entwicklung auf die Beine gestellt.

Nach dem Gespräch mit Joachim stürze ich mich ins Getümmel. In den drei Räumen der Cobra, wo das VeggieFest jedes Jahr in Solingen ausgetragen wird, entdecke ich an diesem Tag noch zahlreiche spannende Veganitäten. Der Außenbereich dient zusätzlich als Schlemmermeile. Dank Foodtrucks und allerlei köstlichem Gebäck muss niemand hungrig bleiben.

Mich zieht es an diesem Tag zwischen Kleidung und veganer Schokolade hin und her. Am Stand von “Kochen ohne Knochen” gibt es zahlreiche Rezept- und Sachbücher zu veganen Themen. Außerdem Jutebeutel, Kochschürzen, Pfannenwender und Sparschäler. Ich kaufe “Das OX-Kochbuch 5”, das über 200 vegane Rezepte enthält, und ziehe weiter zum Stand des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Dort spielt vor allem das Thema Massentierhaltung eine Rolle. Wer nicht vegan lebt, sollte trotzdem einen Blick dafür bekommen, dass Tiere nicht in Massen auf zu engen Lebensraum gehören. Auch aus gesundheitlichen Gründen lohnt es sich stattdessen, in Maßen zu konsumieren und auf “Bio” zu achten.

Vegane Schokolade ist mein Highlight

Ich ziehe weiter. Schlendere zwischen den Ständen von PETA ZWEI, Sea Shepherd, roots of compassion und der BürgerEnergie Solingen umher und bleibe schließlich bei “Jinosol” stehen. Dieser Name steht für ein Projekt, das fair produzierten und gehandelten Kaffee aus Jinotega nach Solingen bringt. Im Rahmen der Städtepartnerschaft der beiden Städte ist die Idee bereits in den 90er Jahren entstanden und konnte Anfang 2017 ins Leben gerufen werden. Seitdem wird der Kaffee aus der bedeutendsten Kaffeeregion Nicaraguas speziell für Solingen produziert und zu einem fairen Preis eingekauft.

Bei Motte Klamotte und roots of compassion lerne ich im Anschluss einiges über vegane Kleidung, die auch noch biologisch sowie fair produziert und gehandelt wird. Normale Streetwear aus Bio-Baumwolle ist das Konzept dahinter. Es gibt außerdem Sportbekleidung aus recyceltem Polyester. Am Stand von Koernerfresser kaufe ich mir schließlich ein T-Shirt. Klimaneutrale Kleidung und Jutebeutel aus Bio-Baumwolle und recyclebaren Plastikflaschen werden dort mit einem ganz eigenen Design bedruckt. Mein dunkelgrünes Shirt aus reiner Bio-Baumwolle zieren ein Einhorn und die Aufschrift “Koernerfresser”. Man muss sich eben als Veganerin auch mal selber auf den Arm nehmen!

Ich entdecke schließlich den Stand vom Bernsteinzimmer. Und – schwebe im siebten Himmel! Geschäftsinhaberin Solvejg, die auf dem VeggieFest hinter ihrem niedlich dekorierten Stand steht, füttert mich kurzerhand mit der leckersten Schokolade, die ich jemals gegessen habe. Ich probiere Gewürznougat mit Kürbiskernen, Zartbitter-Zitronen-Schokolade mit in Pfeffer gerösteten Walnüssen und Strawberry-Cheescake-Schokolade. Auch der weißen Schokolade mit Macadamianüssen kann ich nicht widerstehen. Am liebsten würde ich den gesamten Stand leer kaufen! Ich lasse mir von Solvejg eine Tüte mit verschiedenen Sorten Bruchschokolade einpacken. Und weil ich eigentlich nicht genug kriegen kann, lässt sie mich noch eine Nougatpraline mit Kokosblütenzucker probieren. Statt aufdringlich süß, schmeckt sie angenehm cremig. Schlicht und einfach nach guter Schokolade!

Der Stand des Bernsteinzimmers mit vielen leckeren Naschereien.

Zum Schluss probiere ich noch einen Grünkern-Bratling am Stand der GEPA. Dort finde ich außerdem fair gehandelten Kaffee, Tee, Reis, Quinoa und Nudeln. Gemeinsam mit der AG Konsum und Ernährung informiert die GEPA außerdem über nachhaltigen Anbau, regionale Produkte und fairen Handel.

Leider kann ich an diesem Tag nicht bis zum Ende auf dem Fest bleiben. Die vielen lokalen Anbieter und die zahlreichen leckeren Angebote stimmen mich dennoch positiv. Längst hat sich das VeggieFest in Solingen etabliert und erreicht jedes Jahr eine wachsende Anzahl an Menschen. Ich freue mich aufs nächste Jahr. Und bis dahin, koche ich einfach ganz viele Rezepte aus meinem neu errungenen Rezeptbuch!

Bruchschokolade vom Bernsteinzimmer – super lecker und vom Feinsten!

Warst du auch auf dem VeggieFest? Magst du deine Erfahrungen mit mir teilen oder Feedback hinterlassen? Ich freue mich auf Kommentare und Mails!

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