Bei meinem Besuch auf der VeggieWorld in Düsseldorf habe ich nicht nur leckere Neuheiten auf dem veganen Markt probiert. Es gab auch allerlei Wissenswertes zu Kleidung, Kosmetik und Politik. Vor allem aber zahlreiche spannende Begegnungen.

Ich komme auf der VeggieWorld in Düsseldorf an und bin eigentlich gerade noch dabei, mein Portemonnaie in der Tasche zu verstauen, da blicke ich als erstes ins Gesicht von Niko Rittenau. Er ist studierter Ernährungsberater mit Fokus auf eine pflanzenbasierte Ernährung und eines meiner größten Vorbilder. Freudestrahlend kommt er auf mich zu und nimmt mich zur Begrüßung in den Arm. “Schön, dass du hier bist”, sagt er und schaut in mein wahrscheinlich ziemlich verdattertes Gesicht. “Kommst du gleich mit zu meinem Vortrag?” “Klar”, sage ich und wir machen uns gemeinsam auf die Suche nach der Bühne.

VeggieWorld 2017 in Düsseldorf

Eigentlich kann ich kaum mehr abwarten, was ich auf der VeggieWorld alles Spannendes entdecken würde. Nach Nikos Vortrag nutze ich noch schnell die Gelegenheit, mit ihm ein Foto zu machen. Danach stürze ich mich ins Getümmel.

Wie nicht anders zu erwarten auf einer Messe für den veganen Lebensstil, gibt es allerlei Köstlichkeiten zu probieren. Ich schlendere erst einmal der Nase nach, um all die Stände und Menschen dahinter auf mich wirken zu lassen. Dann erblicke ich den Stand von päxfood, in dem ein kleines Regal mit Einmachgläsern darauf wartet, von neugierigen Besuchern entdeckt zu werden. Darin verstecken sich allerlei verschiedene Sorten getrocknetes Gemüse und Obst. Neben Klassikern wie getrockneten Äpfeln und Bananen werden auch Zucchini, Goji-Beeren und Physalis angeboten. Getrocknete Physalis? Das muss ich probieren! Und ich greife direkt ein zweites Mal zu. Die kleinen Früchte überraschen mit einem genialen Geschmack, der zwar sauer, aber trotzdem unerwartet fruchtig ist. Vom Suchtfaktor gepackt, kaufe ich zwei kleine Päckchen mit getrockneten Physalis und mache mich auf den Weg durch die anderen Stände. Schließlich gibt es noch viel zu entdecken!

Am Stand von päxfood, die getrocknetes Gemüse und Obst verkaufen.

An der nächsten Ecke wartet schon eine weitere Überraschung auf mich. Dort hat Hempro International einen Stand aufgebaut. Sie bedienen die gesamte Palette von Rohstoffen und Endprodukten aus Hanf. Ich entdecke Shirts, Kleider, Hosen und Socken aus Hanf. Es gibt Öl, Hanfmehl, Müsli- und Schokoriegel sowie Hanfnüsse und Kosmetik. Die Textilien aus Hanf fühlen sich erstaundlich stabil an. Der Stoff ist fest und leicht rau. Die Dame hinter dem Stand verrät mir, dass Textilien aus Hanf grundsätzlich sehr atmungsaktiv sind und sich deswegen trotz ihrer festen Struktur auch im Sommer gut tragen lassen. Wer hätte gedacht, dass Hanf so vielseitig ist? Ich probiere von den Riegeln und entscheide mich schließlich für ein Rezeptbuch, durch dessen Inspiration ich meine eigenen Gerichte sicherlich noch etwas aufpeppen kann.

Viel Neues aus der veganen Küche

An diesem Tag bleibt es nicht bei getrockneten Früchten und Müsliriegeln. Ich probiere getrocknete Datteln aus Österreich. Sie sind mit keinen Datteln vergleichbar, die ich jemals im Einzelhandel gekauft habe. Beim Reformhaus schlemme ich mich durch allerlei verschiedene Nussmuse: Erdnuss, Mandel, Haselnuss und Cashew. Alle schmecken bestechend lecker und überraschen mit konzentriertem Nussgeschmack und einer leichten Süße. Außerdem probiere ich dort geröstete Sojakerne. Sie sind sehr knusprig und schmecken ebenfalls nach Nuss. Für mich eine absolute Neuheit!

Am Stand von Waeres werden hochwertige Öle angeboten. Von Pistazie (Suchtfaktor!) über Mandel bis hin zu Sesam (perfekt für asiatische Gerichte) probiere ich alles durch. Man schmeckt es eben doch, wenn hinter einem Öl richtig gute Qualität steckt! Genauso überzeugend finde ich den veganen Honig von Vegablum, der überraschend fruchtig und angenehm leicht ist.

Ich entdecke an diesem Tag außerdem noch Handcreme aus rein natürlichen Inhaltsstoffen, die wie eine ganze Blumenwiese duftet. An den Ständen der V-Partei und des Save Movement führe ich interessante Gespräche über Tierschutz, Aktionen und Möglichkeiten, die der Gesellschaft die Augen öffnen sollen, und sammele dabei sämtliche Informationen, wie man sich selbst für Tiere stärker einsetzen kann.

Mein absolutes geschmackliches Highlight ist der Tofu von Taifun. Seit 30 Jahren stellt das Unternehmen Bio-Tofu her und stellt auf der VeggieWorld ein paar Neuigkeiten vor. Ich probiere gerösteten und naturbelassenen Tofu, koste vom “Feto” mit Kräutern und lasse mich auch von der neuesten Kreation, Tofu mit Kurkuma, positiv überraschen. Alle Sorten schmecken saftig, würzig und absolut lecker! Ich kaufe die drei Sorten, dich mich am meisten überzeugt haben (geröstet, Kurkuma und Kräuter) und verlasse zufrieden den Stand.

Frisch gebratener Tofu am Stand von Taifun.

Der Besuch auf der VeggieWorld lohnt sich

Die Vorträge auf der VeggieWorld-Bühne kann ich mir an diesem Tag leider nicht alle anhören. Dennoch erfahre ich, beispielsweise durch den Vortrag von Niko Rittenau, allerlei Wissenswertes. Er räumt mit ein paar Vorurteilen auf, denen Veganer täglich begegnen. Zum Beispiel betont er, dass eine vegane Ernährung für jede Bevölkerungsgruppe bedarfsdeckend ist, sofern sie denn vollwertig, ein wenig durchdacht und abwechslungsreich ist. Mit den richtigen und gesunden Lebensmitteln (vor allem viel Obst und Gemüse, Getreide, Nüsse und Hülsenfrüchte) lässt sich der Bedarf an Protein, Kalzium, Omega 3, Eisen, Selen, Jod und sogar Vitamin B12 rein pflanzlich komplett abdecken. Dennoch empfiehlt Niko, mit B12-Präparaten zu supplementieren, um auf Nummer sicher zu gehen. In seinem Fazit fasst er zusammen, dass die vegane Ernährungsweise auf jeden Fall alles abdeckt – wenn man sie denn schlau umsetzt.

Ein absoluter Publikumsmagnet sind am Ende des Tages die Jungs von Vegan ist ungesund. Hinter diesem für Veganer paradox klingenden Titel stecken Gordon Prox und Aljosha Muttardi, die bei YouTube bereits 23.000 Abonnenten haben. Sie erzählen auf der Bühne von ihrem Weg zum Veganismus und bestechen dabei mit viel Witz und Selbstironie. Ihre Message lautet, man solle positiv an die Sache rangehen, denn jeder kleine Schritt in die richtige (vegane) Richtung ist ein guter Schritt.

Ich bin am Ende meines Besuchs auf der VeggieWorld platt und voller positiver Eindrücke. Mit zwei prall gefüllten Taschen mit leckeren und inspirierenden Errungenschaften mache ich mich auf den Weg nach Hause. Ausbeute: zahlreiche Rezepte, Flyer, die getrockneten Physalis, super leckerer Tofu, Datteln, gefüllte Bio-Nudeln in verschiedenen Sorten, ein Rezeptbuch, ein veganes Magazin und jede Menge neue Erfahrungen.

Ach ja – Warum Niko mich überhaupt kennt? Sein Feedback war mir wichtig, also habe ich ihm den Link zu meinem Blog geschickt. Für mich war es eine Ehre, dass er mich auf der Messe erkannt hat und wir uns sogleich auf Augenhöhe unterhalten haben. An dieser Stelle möchte ich mich bedanken, lieber Niko, für deine Unterstützung! Ich freue mich auf weitere Inspiration!

Warst du auch auf der VeggieWorld und hast ebenfalls spannende Erfahrungen gemacht? Teile sie gerne mit mir! Ich freue mich auf Kommentare und E-Mails.

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